Glasfaserprofile – auch als GFK-Profile oder FRP-Profile bezeichnet – werden im sogenannten Pultrusionsverfahren hergestellt und bestehen aus zwei Hauptkomponenten: Glasfaserverstärkungen und einer Harzmatrix. Diese Materialien zeichnen sich durch hervorragende mechanische, chemische und thermische Eigenschaften aus.

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Hauptmerkmale von Glasfaserprofilen

  • Leicht und hochfest: Glasfaserprofile wiegen nur etwa ein Viertel von Stahl, weisen jedoch eine ähnliche Festigkeit auf. Dadurch lässt sich das Gewicht der Konstruktion erheblich reduzieren, auch wenn hohe Lasten getragen werden müssen.
  • Korrosionsbeständigkeit: Glasfaserprofile weisen eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit auf und halten der Einwirkung verschiedener Chemikalien wie Säuren, Laugen und Salzen stand. Daher eignen sie sich besonders für feuchte und korrosive Umgebungen.
  • Witterungsbeständigkeit: Glasfaserprofile weisen eine gute Alterungsbeständigkeit gegenüber natürlichen Einflüssen – wie etwa starker UV-Strahlung – auf und behalten ihre Leistungsfähigkeit sowie ihr Erscheinungsbild über lange Zeit bei.

Produktionsprozess


Arten von Glasfaserprofilen

  • I-Träger: Werden im Bauwesen zur statischen Unterstützung eingesetzt, ähnlich wie I-Träger aus Stahl.
  • U-Profile: Häufig verwendet für Rahmenkonstruktionen, Stützen und Bauelemente.
  • Winkelprofile: Werden für Eckverstärkungen und tragende Konstruktionen verwendet.
  • Rohre: Ideal für den Flüssigkeitstransport oder als konstruktive Stützen.
  • Rund- und Flachstahl: Für diverse konstruktive und mechanische Anwendungen.

Harzarten

Harztyp
Eigenschaften
Polyesterharz
Erschwinglich.
Gute mechanische Eigenschaften.
Geringe Korrosionsbeständigkeit.
Vinylesterharz
Höhere Korrosionsbeständigkeit als Polyester.
Höhere Temperaturbeständigkeit.
Hart.
Epoxidharz
Hervorragende Festigkeit und Haftung.
Hervorragende Feuchtigkeitsbeständigkeit.
Geringe Schrumpfung.
Phenolharz
Hohe Hitzebeständigkeit.
Schwer entflammbar.
Geringe Rauch- und Schadstoffentwicklung.
Polyurethanharz
Hohe Schlagfestigkeit.
Hervorragende Haltbarkeit.
Gute Chemikalien- und Abriebbeständigkeit
Widerstand.
Acrylharz
UV-beständig.
Gute Klarheit und Witterungsbeständigkeit.
Dauerhaft.
Bismaleimid
(BMI)
Hohe thermische Stabilität.
Hervorragende mechanische Eigenschaften.
Geringer dielektrischer Verlust.

Fasertypen

Fasertyp
Beschreibung
E-Glas (Elektro-Glas)
Gute Isolierung und Festigkeit.
S-Glas (strukturell)
Höhere Festigkeit und Steifigkeit im Vergleich zu E-Glas.
C-Glas (chemikalienbeständig)
Hohe Chemikalienbeständigkeit.
AR-Glas (alkalibeständig)
Speziell für hohe Alkalibeständigkeit entwickelt
R-Glas (Verstärkung)
Ähnlich wie S-Glas, wird jedoch hauptsächlich auf europäischen Märkten verwendet.
D-Glas (dielektrisch)
Hervorragende dielektrische Eigenschaften für die elektrische Isolierung.

Leistungsparameter (Referenz)

Parameter
Typische Werte
Zugfestigkeit
300-900 MPa
Biegefestigkeit
200-500 MPa
Elastizitätsmodul
20-50GPa
Druckfestigkeit
150-500 MPa
Scherfestigkeit
80-100MPa
Wärmeleitfähigkeit
0.3-0.4 W/mK
Wärmeausdehnungskoeffizient
8-12 x 10-6/℃
Wärmeformbeständigkeitstemperatur
100-250°C
Durchschlagfestigkeit
15-40 kV/mm
Spezifischer Durchgangswiderstand
10¹⁰ to 10¹⁴ ohm-cm
Entflammbarkeit
UL94 V-0 (für flammhemmende Harze)
Dichte
1.7-2.0 g/cm³
Wasseraufnahme
<0.5%
Nutzungsdauer
20-50 Jahre

Typische Anwendungsbereiche

Glasfaserprofile vereinen Langlebigkeit, Wartungsarmut und geringes Gewicht, was sie zu einem vielseitigen Werkstoff für zahlreiche industrielle und bauliche Anwendungen macht.

  • Konstruktion: Wird im Brückenbau sowie für Gehwege, Geländer und Leitern verwendet.
  • Marine: Glasfaserprofile werden aufgrund ihrer Beständigkeit gegen Salzwasser und Korrosion häufig im Schiffbau und bei Offshore-Plattformen eingesetzt.
  • Elektrik: Verwendung in Kabelgestellen, zur elektrischen Isolierung sowie in Komponenten für Umspannwerke.
  • Chemische Verfahrenstechnik: Wird in korrosiven Umgebungen eingesetzt, wie etwa in Chemieanlagen oder Abwasseraufbereitungsanlagen.
  • Verbundplatten: Wird im Innenaufbau von Verbundplatten verwendet, um deren Festigkeit zu erhöhen.